Sprechen. Schweigen. Sein.

Raum für NichtWissen in Bonn-Oberkassel

Unwägbare Zeiten sind angebrochen. Nichts scheint mehr sicher zu sein.
Wir brauchen jedoch das Gefühl von Sicherheit, um uns wohl zu fühlen und um eine Orientierung zu haben.

Wo kommt dieses Gefühl her, wenn es im Außen wackelt? Wenn Halt wegbricht?

Es gibt im eigenen Inneren eine Quelle des Seins, die frei ist von äußeren Gegebenheiten.
Sie spricht oft so leise, dass sie im äußeren Geschrei untergeht. Und doch ist sie da.
Wenn wir uns trauen, den sie übertönenden Aktionismus zu lassen, mit dem wir versuchen, unser Leben wie gewohnt, aufrecht zu erhalten, könnte es sein, dass wir dieser eigenen Quelle begegnen.

Sich der Unsicherheit alleine zu stellen, kann bedrohlich sein. Krisen alleine zu bewältigen kann überfordern und die Angst hoch halten.
Sich gemeinsam der Unsicherheit zu stellen, erschafft einen tragenderen Boden. Gemeinschaft ist für eine erfolgreiche Krisenbewältigung Grundvoraussetzung.

Dieses Angebot möchte einen warmherzigen Raum schaffen für die Annäherung an Unsicherheit und NichtWissen.

Platz nehmen im NichtWissen schenkt Wissen Platz.

Die Regeln (für ein klitzekleines Maß an Sicherheit)

  • Mit einem Wecker werden zwei Zeitstunden abgesteckt.
  • Uhren und Handys werden weggelegt, ausgeschaltet.
  • Es gibt keine Leitung.
  • Die Teilnehmer sitzen, liegen, nach Belieben.
  • Die Teilnehmer sind einfach „nur“ da.
  • Sprechen ist möglich mit dem Fokus, dass jeder ausschließlich von sich selber spricht, aus dem jeweiligen Moment heraus. Geschichten aus Vergangenheit bzw. mit Blick in die Zukunft werden draußen gelassen.
  • Schweigen ist genauso möglich.

Mit diesen Regeln bildet sich ein Wahrnehmungsraum für das Hier und Jetzt.
Was darin entsteht, bleibt zu entdecken: ob still, verspielt, gewagt, schüchtern, ängstlich…
Das Leben bietet viel IN-HALT und zeigt sich gerne von einer überraschenden Seite, sofern wir dies erlauben.

Persönliche Anmerkung zu diesem außermusikalischen Angebot

Als improvisierende Musikerin habe ich viele Erfahrungen mit dem Raum für NichtWissen auf der musikalisch/künstlerischen Ebene sammeln dürfen.
Diese Erfahrungen lehren mich immer wieder neu, wie wertvoll es ist, sich dem NichtWissen zu stellen, bis „es“ sich ereignet bzw. bis sich der vermeintlich leere Raum fast wie von selber füllt.
Diesen Lebens-Zustand geschehen zu lassen, ohne das Werdende durch Planung oder Kontrolle zu stören, kann herausfordernd sein und braucht manchmal einen langen Atem.
An dieser Stelle voneinander und miteinander lernen zu dürfen, kann sehr feine Facetten unseres Mensch-Seins erleuchten. Dort schimmert das Gold.


Nächster Termin: Do, 19.11.2020 (19:15 – 21:45 Uhr)
Teilnahmebetrag: 20 Euro

Die Teilnehmer-Anzahl wird angepasst an die aktuelle behördliche Verordnung.

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